Carpe Orem_Welterschleckung (*2015), Zürich, Schweiz (Lara Ricardo, Mirjam Coulin, Selina Müller, Laura Hew)

Carpe Orem wurde 2005 von Lara Ricardo, Mirjam Coulin, Selina Müller und Laura Hew gegründet. Alle drei Künstlerinnen haben an der Zürcher Hochschule der Künste den Bachelor Art Education abgeschlossen. Zusammen sind sie Teil der Art Diner Perfomance Carpe Orem_Welterschleckung.

Carpe Orem_Welterschleckung eine interaktive Perfomance, in der Künstlerinnern und Publikum interagieren. Dem Publikum wird am Art Diner ein Mehrgangmenü serviert, das nur mittels Zunge zu sich genommen werden kann. Gabel, Messer und Löffel sind tabu!

Das Endprodukt ist das benutzte und zum Teil befleckte Geschirr sowie der ganze Tisch der schliesslich als Ausstellungsobjekt präsentiert wird. Jeder einzelne Bestandteil des Tischgedecks ist von den Künstlerinnen aus Keramik gefertigt.

Von Hand gemachte Keramik trifft Eat-Art

Keramische Formen, korallenriffartig angeordnet, laden geladene Gäste ein, ihren Urmund durch Erschlecken des Essens wiederzuentdecken. Der Tisch und das Geschirr ist in dezentem weiss gedeckt, sodass alle Spuren der Welterschleckung anschliessend zu einem neuen einzigartigen Werk verschmelzen. Nach der Performance wirkt das Objekt wie ein installatives Stillleben. Carpe Orem – Welterschleckung erinnert stark an Daniel Spörris Fallenbilder der Eat-Art und ist eine Neuinterpretierung dessen.

Rückführung zum Urmund

Gegenüber der heute einseitigen Ernährung durch Trinken von Proteinshakes und durch das Übermass an bildschirmbetonten Beziehungspraktiken postulieren Carpe Orem die Lust am Sinnlichen und am Genuss wiederzuentdecken, damit ein fruchtbarer Augenblick entsteht. Mit lustvollem Schnabulieren, Muschelschlecken, süsse Liebeleien und Konzung sollen die Teilnehmer aktiv in die Performance eingebunden werden. Anstatt der gewohnten passivrolle spielen das Publikum eine Rolle im kreativen Prozess.

Carpe Orem_Welterschleckung erweckt verspielt die Lust am Sinnlichen und am Genuss und strebt schliesslich die Rückführung zum Urmund an!

„Ob züngeln, schnabulieren, saugen oder lecken, lassen Sie sich’s schmecken.

Das Tischlein deckt sich, Ihr Sinn verreckt nicht, das Mundwerk lockert sich – heil und gesund.

Ausstellungen (Auswahl)
2018   KALC 3, Art Diner (Kunstraum Waldhaus, Zürich)
2018   Art Diner (ZuHause, Zürich)
2017   Performance (ZuHause, Zürich)
2017   Volume One (Tartart, Zürich)



 

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