Corso Bertozzi (*1983) Zürich, Schweiz

Corso Bertozzi ist ein gebürtiger Zürcher Künstler. Zeichnete seit er einen Stift halten kann, begann 1999 Graffiti zu sprühen und beschäftigte sich intensiv mit Buchstaben und Schriftzügen. 2005 malt er seine ersten Leinwände und entdeckt so eine Leidenschaft für das Malen. Zu den Spraydosen kamen nach und nach Pinsel, Rolle und Tape dazu. Auch Acrylfarbe und Dispersion sind nicht mehr wegzudenken.

Von 2011 bis 2012 war er als Kurator der Blamblamblam Gallery in Zürich tätig. Seit 2014 wurde das gestalterische Beschäftigungsfeld durch das Medium Film (unter anderem Stopmotion), erweitert. 2016 gestaltete Bertozzi diverse Installationen im Rahmen der Kettenreaktion16 in der stillgelegten Cellulosefabrik Attisholz in Solothurn.

Bei der künstlerischen Umsetzung hat Bertozzi keine besondere Vorliebe für ein bestimmtes Format, deshalb entstehen kleine Bilder im Postkarten-Format sowie grosse Wandgemälde, die bis zu 300 Quadratmeter erreichen.

Struktur – Raum – Wechselwirkung

Bertozzis kreative Schaffensweise basiert stets auf seiner Umwelt und den zu bespielenden Ort. Das Graffiti auf den Strassen hat ihn schon früh motiviert und inspiriert, die Ortsspezifik in seinen Werken miteinzubringen/miteinwirken zu lassen. Vor allem in seinen installativen Arbeiten wirken oft Wandgestaltung, Installation und Video zusammen. Dabei treten die drei verschiedenen Techniken in Beziehung und Wechselwirkung. Ein besonderes Merkmal von Bertozzis künstlerischen Schaffens ist demnach das Eingehen auf den vorhandenen Raum und dessen Strukturen. Klare grafische Formen und auf die Umgebung abgestimmte Gestaltungselemente kennzeichnen die Haupteigenschaften der Werke. Grafik und Kunst liegt heutzutage gar nicht mehr so weit auseinander!

Reflexion –  Rotation – Flashback

Alltagsbilder sind Teil von Bertozzis Installationen. Mittels Videoproduktionen werden sie gar zum Leben erweckt! Die Fotografien sind meist nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form zu erkennen. Viel mehr erscheinen sie als kunstvolle Projektionen. Die Installationen bestehen manchmal aus reflektierenden Materialien, sodass den Installationen durch ihre Reflexion eine weitere Dimension gegeben wird. Durch die zusätzliche Rotation derer, kommen zu den projizierten Bildern weitere, sich im Raum bewegende und verzerrte Darstellungen dazu. Der ganze Raum wird durch Bertozzis Installationen und Videoproduktionen bespielt und programmatisch eingenommen. Beim Betreten des Raumes wird sogar der Zuschauer Teil davon und erlebt vielleicht sogar ein Flashback seines Erinnerungsvermögens.

Ausstellungen (Auswahl)
2018   KALC 3 (Kunstraum Waldhaus, Zürich)
2017   Ich sehe – Souvenir (Video Summe, Basel)
2017   Urban X5 (Büro Discount, Zürich)
2016   Kettenreaktion (Cellulosefabrik Attisholz, Solothurn)
2011   Toy3 (Blamblamblam Gallery, Zürich)

 


 

Categories: Artists