Daniel Joakim Imbach aka iokke (*1970) Zürich, Schweiz

Daniel Joakim Imbach aka iokke wird 1970 in Zürich geboren. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in Hubersdorf bei Solothurn. Er beschäftigt sich bereits früh mit existenziellen Inhalten. Ende der 80er-Jahre entstehen Schwarz-Weiss-Fotografien, in denen er seine Fragen zum Schicksal menschlicher Existenz verarbeitet. Dazu gehören Serien zu Gräbern, Friedhöfen und sterbenden Menschen, welche die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit visualisieren. Anfang der Neunziger beginnt Imbach mit Videokunst zu experimentieren. 1995 bis 1999 lebt Imbach in London, wo er sich zum Kameramann ausbilden lässt und im folgenden Jahrzehnt in der Filmbranche arbeitet. Stetig und kontinuierlich entwickeln sich seine Arbeiten hin zur freien Kunst. Schliesslich entstehen multimediale Installationen und performative Interventionen sowie Fotografien und Zeichnungen.

Von Gesellschaftskritik hin zu archaischen Ritualen

Seine Werke und Aktionen sind meist dezidiert auf spezifische Kontexte bezogen. Die Kritik an Prozessen der Gentrifizierung und Ökonomisierung sind das Herzstück in seinem witzig-ironischen Schaffen. Die kritische Haltung gegenüber dem Menschen und dessen Achtlosigkeit gegenüber der Natur finden sich seither in vielen seiner Arbeiten wieder. Mit Beginn seiner schamanischen Praktiken entstehen Arbeiten zu Traditionen und archaischen Ritualen der hiesigen Kultur und Subkultur. 2005 gründet er die Sekte Tomate, deren Credo die bedingungslose Liebe zur Mutter Tomate ist – eine humoristische und gleichsam ernsthafte Annäherung an das Thema Glaube und Gemeinschaft.

Organisch – digital – urban

Imbach mischt mit ländlichen Objekten den urbanen Kontext auf. Er sorgt mit landwirtschaftlichen Objekten im zeitgenössischen Stadtbild für Verwirrung. Die Gegenüberstellung von digitalen Medien und Smartphones stellt er ländlich-meckernden Klängen des Bauernhofes gegenüber, so als wäre die bäuerliche Kultur in die Grossstadt gezogen. Imbachs Skulpturen spielen mit Aspekten des Kitschs, der Verwirrung und Verwunderung. Organische Metamorphosen, die zum Teil ganze Räume einnehmen, sind ein weiteres Charakteristikum Imbachs. Spuren und Gesten der Vergänglichkeit gehören zum organischen Wandel aller Dinge und werden deshalb oftmals in seinem Schaffen visualisiert.

Ausstellungen/Aktionen (Auswahl)

2018   KALC 3 (Kunstraum Waldhaus, Zürich)

2017   Gasträume (Gruppenausstellung im Öffentlichen Raum Zürich)

2016   Kettenreaktion (Cellulosefabrik Attisholz, Solothurn)

2013   Seifenbaum und Wolkenbrot (Villa-Flora-Park, Gersau)

2012   Die Fabrik ruft (Brunnen)


 

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