Nora Longatti (*1989) Biel, Schweiz

Nora Longatti ist 1989 in Biel geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Zürich.

Sie arbeitet in diversen Filmprojekten, als freie Künstlerin in Kollaborationen und hat bereits eigene Publikationen veröffentlicht.

Aktivierung von Material. Transformierung von Zuständen

In ihren materialbasierten und prozessorientierten Installationen beschäftigt sie sich sowohl mit den Konnotationen, als auch mit den Potenzialen, aus denen ein Material sich stets konstituiert.

In einem durch intensive Recherche geprägten Arbeitsprozess sucht sie die Kollaboration mit Experten aus Disziplinen wie Chemie, Botanik, Philosophie, Literaturwissenschaft, Psychologie, etc. Die daraus resultierenden Konstellationen sind Setzungen, die meist aus Anordnungen einigen spezifischen Materialien und Objekten bestehen. Ihre Präsenz gewinnen sie aus einer notwendigen Schönheit, die wichtig ist, weil sie der Arbeit die Gewalt verleiht, zu betören. So verführen sie den Betrachter und setzen ihn schließlich einem mephistophelischen Twist aus. Das Potenzial eines Materials liegt in seinen Abgründen, in seinen auf den ersten Blick verdeckten kulturellen, soziopolitischen und ökonomischen Verstrickungen, die durch ebenjenen Twist entfaltet und aktiviert werden.

Nora Longatti versteht Material als einen Tank, in welchem sich Geschichte akkumuliert. An Schichtungen interessiert Longatti, dass sie niemals statisch sind, sondern sich stets in einem Zustand des Werdens befinden. Durch seine Aktivierung kann Material als berichtendes Subjekt auftreten.

Ihre Arbeit ist also keine des Erfindens, sondern eine des Aktivierens und des Offenlegens.

Ausstellungen (Auswahl)
2018   KALC 3 (Kunstraum Waldhaus, Zürich)
2017 ⸑ (Lokal-Int, Bienne)
2016 curly red hair (Imperial Line, ZHdK Zürich)
2016 flower power (Shedhalle Zug)
2015 becoming explosive (BA Degree Show, ToniAreal Zurich)


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